Geld? Karriere? Glück? Was ist uns eigentlich wichtig im Leben? Und was vermitteln wir unseren Kindern? Das hat sich Theodor Ziemßen auf der Spiegel Online Elterncouch gefragt – und gemerkt: Wir müssen dringend mehr Quatsch machen. Und bei Little Green House finden wir: er hat ja so Recht.
L’argent ? La carrière ? Le bonheur ? Qu’est-ce qui compte vraiment dans la vie ? Et quelles valeurs transmettons-nous à nos enfants ? C’est la question que s’est posée Theodor Ziemßen sur le « canapé des parents » de Spiegel Online – avant de parvenir à cette conclusion : il est grand temps de faire davantage de bêtises. Et chez Little Green House, nous trouvons qu’il a tellement raison. (vers l’article en français)

Der Artikel von Theodor Ziemßen ist am 30. Oktober 2017 auf spiegel online erschienen.
Neulich habe ich mich erschrocken. Nach dem jährlichen Elterngespräch in der Kita sagte Therese: « Und am Ende hat Carola noch gesagt, dass Benjamin dann ja nächstes Jahr in die Schule kann. »
Der Satz ließ eine ganze Lawine von Schlagwörtern durch meinen Kopf poltern, deren Geister mich noch aus meiner eigenen Schulzeit verfolgen: Noten, Klassenarbeiten, Stillsitzen, Frontalunterricht, Konkurrenz, Zeugnisse.
Klar. Bei einem Fünfjährigen kann man durchaus damit rechnen, dass er irgendwann in die Schule kommt. Irgendwie hatte ich den Gedanken trotzdem erfolgreich verdrängt. Ich erinnerte mich daran, wie lange ich – in der Schule und auch später in meinen Jobs – ein diffuses Gefühl hatte, dass mein Leben nicht mir gehört. Ich glaube, dieses Gefühl hatte ich das erste Mal, als ich im Unterricht saß.
Ich fragte mich: Wie kann ich Benjamin und Willem helfen, dass es ihnen nicht so geht? Ich fragte mich, was ich mir für die beiden wünschte. Und am Ende landete ich bei einer Frage, bei der es mich wunderte, dass ich sie mir bis dahin nie so konkret gestellt hatte: Was halte ich eigentlich für ein gutes Leben?
Und irgendwann später hat man Zeit, glücklich zu sein
Meine Eltern haben mir im Groben das hier vermittelt: Ein gutes Leben bedeutet vor allem Sicherheit. Und Sicherheit bedeutet Geld. Und Geld bedeutet, dass man in der Schule erfolgreich sein muss. Nicht aus Freude am Lernen, Denken und Wissen, sondern um ein Abschlusszeugnis zu erarbeiten, mit dem man dann einen Beruf ergattert, bei dem man nicht gefeuert wird und ein möglichst hohes Einkommen kriegt. Das Geld muss man dann sparen, um damit ein Haus anzuzahlen, um dann noch mehr und härter zu arbeiten, damit es möglichst schnell abbezahlt ist.
Und irgendwann später, wenn alles erarbeitet, erledigt und der Kredit für das Haus getilgt ist, hat man dann Zeit, um glücklich zu sein.
Ich weiß, dass ich meinen Eltern immer viele Sorgen gemacht habe. Die Probleme in der Schule, die beknackten Jobs. Der sehr gut bezahlte, sehr sichere Job, den ich gekündigt habe, weil ich ihn langweilig fand. Das Studium, das ich ohne Abschluss beendet habe, weil ich das für einen blödsinnigen bürokratischen Akt hielt.
Damals habe ich oft gedacht, dass eine falsche Entscheidung alles kaputtmachen kann. Mittlerweile habe ich so viele Entscheidungen getroffen, dass ich weiß: stimmt nicht. Entscheidungen sind gut. Sachen ausprobieren, Sachen nicht machen, auch wenn sie auf den ersten Blick vernünftig erscheinen, Fehler machen und aus ihnen lernen. Es hat ziemlich lang gedauert, bis ich so entspannt mit meinem Leben umgehen konnte. Für Willem und Benjamin wünsche ich mir, dass sie schneller an diesen Punkt kommen – und weniger Zeit ihres Lebens in Angst verbringen, nicht das Richtige zu tun. Und dann lieber gar nichts machen.
Lieber scheitern als nicht trauen
Was ich meinen Kindern mitgeben möchte, damit sie die Schule, die Arbeit, das Leben als etwas begreifen, das sie sich schnappen und gestalten können? Ich habe lange darüber nachgedacht und bin bei diesen Sätzen gelandet:
- Dass Scheitern und draus lernen besser ist, als Sich-nicht-trauen.
- Dass es auf lange Sicht schöner ist, freundlich und empathisch zu sein als erfolgreich.
- Dass es Spaß macht, zuzuhören und viel nachzufragen. Denn wir lernen nie aus und kein Wissen ist endgültig oder komplett.
- Dass man nicht immer nützlich sein muss.
- Dass Schule, Arbeit, Leben kein Wettkampf sind, sondern ein Miteinander vieler unterschiedlicher Menschen.
- Dass Unterschiede toll sind.
- Dass das Leben ein spannendes Experiment ist und nicht der Stoff für einen Lebenslauf.
- Dass das hier nur ein Serviervorschlag ist und jeder am Ende selbst herausfinden muss, was gut für ihn ist.
Klingt in der Theorie ganz okay, finde ich jetzt gerade. Bestimmt wäre es trotzdem schwierig für mich, zu verstehen, wenn einer der beiden beschließt, als mittelloser, Xavier-Naidoo-covernder Straßenmusiker durchs Land zu tingeln. Und bestimmt wäre ich ungeheuer stolz und zugleich krank vor Sorge, wenn einer von ihnen als Krankenpfleger in Kriegsgebiete fahren würde. Schauspieler? Puh. Makler oder Börsenspekulant? Die Hölle. Und wenn einer beschließt, einen möglichst sicheren Job zu haben, der möglichst viel Geld einbringt? Dann würde ich hoffen, dass er damit glücklich wird.
« Wir sind doch Wissenschaftler »
Benjamin ist immer besonders glücklich, wenn wir Quatsch ausprobieren.
« Papa, wenn wir alle Badefarbtabletten auf einmal in die Wanne tun, werden wir dann auch blau? »
« Wie schmeckt eigentlich Milch mit Karottensaft? »
« Können wir den riesigen Ast aus dem Wald nach Hause schleifen und ein Katapult daraus bauen? »
Ich glaube, er kennt meinen Blick schon. Den ersten Teil, wo ich « Unsinn » denke und einfach nein sagen will. Den zweiten, bei dem ich nachdenke und merke, dass es vielleicht ganz interessant ist und Spaß machen könnte. Den dritten, wo sich meine Miene aufhellt und ich sage:…
Aber da hat Benjamin meine Mimik meist schon lachend überholt. « Papa, du sagst doch immer, wir sind Wissenschaftler. »
« Stimmt », sage ich, « wir sind Wissenschaftler. » Und das Leben ist ein spannendes Experiment.
Il y a mieux dans la vie que la sécurité
L’argent ? La carrière ? Le bonheur ? Qu’est-ce qui compte vraiment dans la vie ? Et quelles valeurs transmettons-nous à nos enfants ? C’est la question que s’est posée Theodor Ziemßen sur le « canapé des parents » de Spiegel Online – avant de parvenir à cette conclusion : il est grand temps de faire davantage de bêtises. Et chez Little Green House, nous trouvons qu’il a tellement raison.
L’article de Theodor Ziemßen a été publié le 30 octobre 2017 sur Spiegel Online.
L’autre jour, j’ai eu un choc. Après l’entretien annuel avec l’éducatrice de la crèche, Therese m’a dit : « Et à la fin, Carola a ajouté que Benjamin pourrait donc entrer à l’école l’année prochaine. »
Cette phrase a déclenché dans ma tête une véritable avalanche de mots-clés, dont les fantômes me poursuivent encore depuis ma propre scolarité : notes, contrôles, rester assis sans bouger, cours magistraux, compétition, bulletins scolaires.
Évidemment. Avec un enfant de cinq ans, on peut raisonnablement s’attendre à ce qu’il entre un jour à l’école. Et pourtant, j’avais plutôt bien réussi à chasser cette idée de mon esprit. Je me suis rappelé combien de temps, à l’école puis plus tard dans mes différents emplois, j’avais vécu avec le sentiment diffus que ma vie ne m’appartenait pas. Je crois que j’ai ressenti cela pour la première fois assis sur les bancs de l’école.
Je me suis demandé comment je pouvais aider Benjamin et Willem à ne pas éprouver la même chose. Je me suis demandé ce que je souhaitais pour eux. Et j’ai fini par arriver à une question que, curieusement, je ne m’étais encore jamais posée de manière aussi concrète : au fond, qu’est-ce qu’une vie réussie, à mes yeux ?
Et plus tard, un jour, on aura le temps d’être heureux
Dans les grandes lignes, voici ce que mes parents m’ont transmis : une vie réussie repose avant tout sur la sécurité. La sécurité, c’est l’argent. Et pour avoir de l’argent, il faut réussir à l’école. Non pas pour le plaisir d’apprendre, de réfléchir et de comprendre, mais pour décrocher un diplôme qui permettra ensuite d’obtenir un emploi dont on ne risque pas de se faire licencier et qui rapporte le plus possible. Cet argent, il faut alors l’économiser pour pouvoir verser un apport et acheter une maison, puis travailler encore plus dur afin de rembourser le prêt le plus rapidement possible.
Et plus tard, un jour, quand on aura assez travaillé, que tout sera réglé et que le crédit de la maison sera remboursé, on aura enfin le temps d’être heureux.
Je sais que j’ai toujours beaucoup inquiété mes parents. Mes problèmes à l’école, mes boulots à la noix. Cet emploi très bien payé et très sûr que j’ai quitté parce que je m’y ennuyais. Mes études, que j’ai arrêtées sans obtenir mon diplôme parce que je considérais cela comme une formalité bureaucratique parfaitement absurde.
À l’époque, j’ai souvent pensé qu’une seule mauvaise décision pouvait tout gâcher. Depuis, j’en ai pris tellement que je sais que ce n’est pas vrai. Prendre des décisions, c’est une bonne chose. Essayer des choses. Renoncer à certaines, même si elles semblent raisonnables au premier abord. Faire des erreurs et en tirer des leçons. Il m’a fallu beaucoup de temps pour parvenir à envisager ma vie avec autant de sérénité. Pour Willem et Benjamin, j’espère que cela ira plus vite – et qu’ils passeront moins de temps à avoir peur de ne pas faire ce qu’il faut. Et à finir, par peur, par ne rien faire du tout.
Mieux vaut échouer que ne pas oser
Qu’est-ce que j’aimerais transmettre à mes enfants pour qu’ils voient l’école, le travail et la vie comme quelque chose dont ils peuvent s’emparer et qu’ils peuvent façonner eux-mêmes ? J’y ai longuement réfléchi et j’en suis arrivé à ceci :
- Qu’il vaut mieux échouer et en tirer des leçons que ne pas oser.
- Qu’à long terme, il est plus beau d’être bienveillant et capable d’empathie que de réussir.
- Qu’écouter et poser beaucoup de questions est un vrai plaisir. Parce qu’on n’a jamais fini d’apprendre et qu’aucun savoir n’est définitif ni complet.
- Qu’on n’est pas obligé d’être toujours utile.
- Que l’école, le travail et la vie ne sont pas une compétition, mais une aventure que vivent ensemble toutes sortes de personnes différentes.
- Que les différences sont formidables.
- Que la vie est une expérience passionnante, pas le contenu d’un CV.
- Que tout ceci n’est qu’une suggestion de présentation et que chacun doit finalement découvrir par lui-même ce qui lui convient.
En théorie, je trouve que cela ne sonne pas trop mal. Mais j’aurais certainement du mal à comprendre si l’un d’eux décidait de parcourir le pays sans un sou, en chantant du Xavier Naidoo dans la rue. Et je serais sans doute immensément fier, tout en étant malade d’inquiétude, si l’un d’eux partait travailler comme infirmier dans une zone de guerre. Acteur ? Ouf. Agent immobilier ou spéculateur boursier ? L’enfer. Et si l’un d’eux choisissait un emploi aussi sûr et lucratif que possible ? Eh bien, j’espérerais simplement qu’il y soit heureux.
« Mais enfin, nous sommes des scientifiques ! »
Benjamin est toujours particulièrement heureux lorsque nous essayons des choses complètement farfelues.
« Papa, si on met toutes les pastilles colorantes dans le bain en même temps, est-ce que nous aussi, on va devenir bleus ? »
« Ça a quel goût, du lait mélangé à du jus de carotte ? »
« On peut ramener l’énorme branche de la forêt à la maison et construire une catapulte avec ? »
Je crois qu’il connaît déjà très bien mon regard. Il y a d’abord le moment où je pense : « N’importe quoi », et où j’ai simplement envie de dire non. Puis celui où je réfléchis et où je me dis que cela pourrait finalement être assez intéressant – et même amusant. Enfin, celui où mon visage s’éclaire et où je m’apprête à dire…
Mais la plupart du temps, Benjamin a déjà compris, et il m’interrompt en riant : « Papa, tu dis toujours que nous sommes des scientifiques. »
« C’est vrai, dis-je. Nous sommes des scientifiques. »
Et la vie est une expérience passionnante.
Zum Autor
Theodor Ziemßen,
Vater von Benjamin (5) und Willem (1)
Liebstes Kinderbuch: « Pu der Bär », das Original. Aber immer, wenn ich daraus vorlesen will, sagt Benjamin « Das andere ‘Pu der Bär' » – und holt ein hässliches Winnie-Puuh-Buch von Disney raus, das er mal von meiner Mutter bekommen hat.
Nervigstes Kinderspielzeug: Mein kaputter ferngesteuerter Hubschrauber. Weil ich versprochen habe, ihn wieder zum Laufen zu bringen.
Erziehungsstil: Immer versuchen, fair, freundlich und verlässlich zu sein – auch sich selbst gegenüber.
